KOMM. Ein Projekt der Klasse Prof. Buetti

24.10.2015 – 17.01.2016

Mit KOMM stellt KIT das Hören und nicht das Sehen in den Vordergrund. Die Besucher betreten eine Klanginstallation – eine 25minütige Komposition, die im Loop läuft. Wie in einem Konzertsaal öffnet sich für einen bestimmten Zeitraum dem konzentrierten Ohr ein Kunstwerk aus 15 Klangfeldern, das durch bewusste Wahrnehmung erschlossen werden kann. Im Unterschied zu einem Konzertsaal steht im KIT der Hörer jedoch nicht permanent im Mittelpunkt des Klangs. Einige Klangfelder durchziehen den Raum wie ein Duft, dem man folgen möchte. Andere tauchen plötzlich am anderen Ende des Raumes auf und locken an. KOMM ist Kunst, die mit dem Raum, in den sie eindringt, und mit den Menschen, die diesen Raum betreten, einen Dialog aufnimmt.

Das genaue Zuhören ist gefragt, das Einlassen auf die psychoakustischen Parameter, die dieses Hörereignis charakterisieren: die empfundene Lautstärke, das Tempo, die Tonhöhe, der Rhythmus des Klanges. Sie dringen direkter als Bilder in das Bewusstsein und rühren unmittelbarer an Gefühle und Erinnerungen. So tut sich ein Spielraum der Laute auf, Liederfragmente klingen an, situationsbedingte, sozialen Gruppen zuordenbare Sprachstile sind erkennbar. Tonlage und Stimmführung vermitteln freudige, ängstliche, traurige Stimmungen, Fachtermini künden von Insiderwissen, Dialekte von Regionen. Alte Stimmen sind zu hören und junge.

Voraus ging der Installation eine intensive Auseinandersetzung mit dem Ort. Gemeinsam haben die Künstlerinnen und Künstler der Klasse Buetti den Raum erforscht. Die Ergebnisse dieses Prozesses wurden zu einer Komposition verarbeitet und vom Künstler Richard Helbin zu einem Künstlerbuch gestaltet. Beide Ansätze (Buch und Komposition) sind gleichzeitig angegangen worden. Einige Beiträge sind nur im Buch erschienen, andere nur in der Komposition, manche Beiträge in beiden. Das Buch mit dem Titel KOMM ist als ein Teil der Ausstellung zu sehen: KOMM.

KOMM ist eine Gemeinschaftsarbeit der Klasse Prof. Daniele Buetti, Kunstakademie Münster

Kuratorin: Gertrud Peters
Ausstellungsarchitektur: Dejan Mujicic
Vermittlungsprogramm: Jana-Catharina Rether
 
Mit freundlicher Unterstützung von