5.03.–12.06.2022

Der Bogen im Auge

mit Luca Calaras, Sophie Esslinger, Mirjam Falkensteiner, Piet Fischer, Luca Florian, Filip Gudović, Johannes Herrmann, Minju Kang, Björn Knapp, Hidetoshi Mitsuzaki, Luc Palmer, Katharina Stadler, Andreas Steinbrecher, Denise Werth und Julian Westermann und als Gast Thomas Scheibitz

Die Künstler*innen der Klasse Scheibitz befassen sich mit bildnerischen Fragen zur Malerei und Skulptur im weiten Sinne. In ihrer Auseinandersetzung werden Regulatorien wie Sprache, Ironie und Zufall experimentell zur Diskussion gestellt. Die Ausstellung präsentiert eine von Thomas Scheibitz kuratierte Auswahl von Werken.

„Der Bogen im Auge“ zeigt uns – genauso wie es auch ihr anatomisches Gegenstück, nämlich das Auge selbst, tut – Bilder. Es sind Werke, deren volle Wirkungskraft oft schwer in Worte zu fassen ist, die das Wort selbst oder die Sprache im Ganzen sogar in Frage stellen. Die Künstler*innen stellen sich Experimenten und Fragen an grundlegende Bestandteile des Bildes – Farbe, Raum und Maßstab, Komposition und Detail, aber auch Instinkt, Zufall und Ironie. Dabei eröffnen sie ein neues Terrain für die Auseinandersetzung mit der Kunstgeschichte, der sie ohne Ehrfurcht aber ernsthaft begegnen wollen.

Der Bogen, der im Auge enthalten ist, das mag die Pupille oder die Iris sein, – der Bogen der im KIT ganz gewiss ins Auge fällt ist die lange, sich krümmende Wand, an der feinsäuberlich aufgereiht die Positionen der Klasse Scheibitz zu sehen sind. Wie eine Ahnengalerie oder wie die zarten Noten auf dem Notenblatt, die gemeinsam eine Melodie hervorbringen. Sie funktionieren eigenständig und entwickeln darüber hinaus eine gemeinsame Sprache, der durch eine musikalische Installation von Julian Westermann eine weitere Ebene hinzugefügt wird. Diese Überlappung und gegenseitige Verstärkung von Kunst und Musik ist augenfällig: „Musik ist kein Bild, Musik ist Denken über Bilder“, zitierte Thomas Scheibitz Heiner Müller im Vorfeld der Ausstellung. Die Dynamik, die der Musik innewohnt, soll sich in der künstlerischen Auseinandersetzung mit dem Bild und dem Bild selbst wiederfinden. Die persönlichen Gegenstände und Objekte, die in zwei Vitrinen ausgestellt sind, wirken wie Artefakte und Quellen der Inspiration für die Künstlerinnen und Betrachterinnen gleichermaßen.

Installationsansicht KIT, 2022, Foto: Ivo Faber

Trailer zur Ausstellung

Installationsansicht KIT, 2022, Foto: Ivo Faber
Installationsansicht KIT, 2022, Foto: Ivo Faber

Im Rahmen des Baker Tilly Künstler-Stipendiums